Markus Stabler
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
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Als die BRAVIS GmbH im November 2005 in Cottbus gegründet wurde, wusste ihr Geschäftsführer André Röhrig schon sehr genau, was er tat. Bereits seit 1997 wurde an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus am Lehrstuhl Rechnernetze und Kommunikationssysteme von Prof. Dr. Hartmut König zum Problem dezentraler Mehrteilnehmer-Videokonferenzsysteme geforscht. André Röhrig erinnert sich: „2005 gab es bereits einen funktionsfähigen Prototypen, aber es war nach wie vor unklar, ob das System für Anwender wirtschaftlich umsetzbar wäre. Da hat mich Professor König gefragt, ob ich nicht Lust hätte, eine Marktanalyse zu machen.“ - Hatte er!
Röhrig, damals noch Student der Wirtschaftsingenieurwesens an der BTU Cottbus, erstellte im Rahmen einer Studienarbeit einen Businessplan und entwickelte so ein marktfähiges Produktkonzept. Damit wurde eine sehr gute Platzierung beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg und beim Lausitzer Existenzgründerwettbewerb erreicht, die schließlich zur Auszeichnung durch den Gründerwettbewerb 2006 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie führte. Noch während seines Studiums gründete André Röhrig im August 2005 die Firma mit einem Team, das aus Prof. Dr. Hartmut König und anderen wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl bestand.
Doch damit konnte es noch nicht richtig losgehen, denn zunächst musste ein Investor gefunden werden. Dabei half die Unterstützung durch die Transferstelle der BTU: „Die Universität hat immer hinter uns gestanden. Der Lotsendienst der Transferstelle gab uns viel Unterstützung für die ersten Schritte in die Selbstständigkeit“, resümiert André Röhrig. Ein externes Coaching für Gründer und Hilfestellungen von Steuerberatern und Rechtsanwälten konnten in Anspruch genommen werden. Dazu Röhrig: „Wir fühlten uns in dem Prozess gut begleitet. Die Transferstelle gab uns viele Hinweise zu Coaching oder Fördermitteln und beriet uns bei unserer Teilnahme am Businessplanwettbewerb. Nicht zuletzt schlug sie uns auch die Ausgründung des Unternehmens hier in Cottbus vor.“ Schließlich wurde im April 2006 mit dem High-Tech-Gründerfonds auch ein potenter Investor gefunden, und im Juni 2006 konnte gestartet werden, auch mit Hilfe der FuE-Förderung des Landes Brandenburg und mit Unterstützung der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH. Das operative Geschäft wurde aufgenommen.
Das Potential der Technologie war André Röhrig von Anfang an klar: Mit der an der BTU Cottbus entwickelten Software könnte ein Massenmarkt bedient werden. Das Videokonferenzsystem für die direkte audiovisuelle Kommunikation im Internet könnte zu einem internationalen Standard werden: Es bot sich damit die Möglichkeit, zu einem niedrigen Preis - praktisch für Jedermann - ein professionelles Videokonferenzsystem anzubieten, das auch noch einfach in der Anwendung ist. Allein basierend auf einer Softwarelösung – ohne zentralen Server – können Beratungen von geschlossenen Gruppen im Internet durchgeführt werden. Mit bis zu 16 Personen kann sich der Nutzer direkt an seinem Arbeitsplatz verabreden. Es sind keine technischen Vorkenntnisse für Installation und Bedienung nötig, die Software wird einfach via Download oder CD installiert. Hohe Übertragungsqualität wird durch effiziente Video- und Audiokompression entsprechend der Bandbreite des vorhandenen Internetanschlusses garantiert.
Mithilfe zweier Patente, die ebenfalls am Lehrstuhl für Rechnernetze und Kommunikationssysteme entstanden waren, steht dem System eine einmalige Sicherheitslösung, die auch streng vertrauliche Beratungen erlaubt, zur Verfügung. In Sachen Konferenzmanagement und Sicherheit ist BRAVIS damit technisch weltweit führend. Die Transferstelle an der BTU Cottbus unterstützte dies durch Informationsgespräche zur Software-Lizenzierung und zur Patentierung.