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Innovationspreis Berlin — Brandenburg 2009 für Alexander Schuke Postdam-Orgelbau GmbH

Die Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH erhielt den Preis für das Projekt: “Überwindung von kritischen Problemen mit instabilen Luftversorgungen im Orgelbau durch aeroakustische Modellierung und Steuerung des Orgelwindes“

Die Innovationspreise Berlin-Brandenburg 2009 wurden am 4. Dezember 2009 vor rund 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien im Terminal D des Flughafens Berlin-Schönefeld feierlich vergeben. Insgesamt waren zum Wettbewerb 2009 169 Innovationen eingereicht worden - ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2008 (142 Einreichungen).

"Die Preisträger haben durchweg wegweisende Innovationen präsentiert, die in ihren Branchen einzigartig, marktreif und zum Teil bereits am Markt erfolgreich sind. Besonders freut uns, dass wir mit dem Preisträger Alexander Schuke Potsdam-Orgelbau GmbH einen innovativen Handwerker auszeichnen konnten. Innovationen sind eben nicht nur den Forschungsinstituten vorbehalten. Die Jury ist sich sicher, dass gerade dieses Beispiel auch in Zukunft dem Handwerk der Region ein Ansporn sein wird, sich mit innovativen Lösungen am Wettbewerb zu beteiligen. Außerdem rechnen wir für 2010 erneut mit einem Wettbewerbsschub, wenn weiteren Innovationen noch das letzte Stückchen zur Marktetablierung gelingt", so der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Manfred Hennecke,

Die Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH erhielt den Preis für das Projekt: “Überwindung von kritischen Problemen mit instabilen Luftversorgungen im Orgelbau durch aeroakustische Modellierung und Steuerung des Orgelwindes“

Seit rund 200 Jahren berechnen Orgelbauer die Luftzufuhr für die Orgelpfeifen, den so genannten "Orgelwind", der durch ein komplexes Apparatesystem (Windmaschine, Bälge und Kondukte) erzeugt und gesteuert wird, anhand von überlieferten und niedergeschriebenen Erfahrungen. Der Orgelwind muss für einen lebendigen Ton, für einen herausragenden Klang, nach unzähligen Parametern gesteuert werden. Druckverhältnisse, Stärke und Intervalle, Menge und Volumen des Windes sind ausschlaggebend. Die jeweilige Anzahl und Größe der Orgelpfeifen und die Beschaffenheit der Register einer Orgel ergeben immer wieder andere Wechselbeziehungen der einzelnen Parameter und damit besondere erwünschte und - im Gegenzug - unerwünschte Windeffekte. Eine Modellierung dieser Effekte war bisher auf Grund der großen Komplexität der Orgelbauteile nicht möglich. Dazu ist Orgelbaufirma Alexander Schuke in Potsdam mit ihrer Innovation nun als erster Hersteller in der Lage. Sie kann die Windeffekte quantitativ und messbar modellieren und Orgeln in besonderer Qualität bauen. Unter Einbeziehung der Forschungsergebnisse des Instituts für Physik und Astronomie und der Projektpartnerschaft (Projektleiter Dr. Marcus Abel) mit der UP Transfer Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der Uni Potsdam wurde dafür ein einzigartiger Mess- bzw. Testplatz entwickelt - die Modell-Windlade. Sie verfügt über eine umfangreiche Drucksensorik und ein speziell entwickeltes Oszillatormodell. Im Rahmen von Untersuchungen wurden individuelle Regelmechanismen für den Orgelwind entwickelt, mit denen nun die Strömungsverhältnisse unterschiedlichster Orgeln optimiert werden können. Das ebenfalls entwickelte virtuelle Windsystem (aeroakustische Modellierung) bietet nicht nur für den Orgelneubau, sondern auch für die Restaurierung historischer Orgelwerke, neue und höchst effektive Möglichkeiten.

Die Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH erhielt bereits zum dritten Mal eine bedeutende Auszeichnung für Projekte die Gegenstand von Technologietransfer mit der Universität Potsdam und der UP Transfer GmbH waren. Gegenwärtig sind Gespräche in Gange, die die Fortsetzung der erfolgreichen Forschungskooperation zum Ziel haben.